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In Namibias Nordwesten, dem Kaokoveld

Das Kaokoveld liegt im Nordwesten Namibias, an der Grenze zu Angola. Es ist in Namibia eines der vom Tourismus unberührtesten, frei zugänglichen Gegenden, dabei einsam und wild. Es ist eine abgelegene Stein- und Sandwüste in der wenige Einheimische vom Stamm der Himba in kleinen, abgelegenen Siedlungen noch ursprünglich und mit der Natur im Einklang leben.

Den Plan, ins Kaokoveld zu fahren, hatten wir schon letztes Jahr. Allerdings haben wir damals viel Zeit an anderen, schönen Stellen verbracht, waren an der Blutkuppe, in Svakopmund, am Brandberg und der Spitzkuppe. In den Norden kamen wir nur bis zum Ort Warmquelle und dort zum Ongongo Campingplatz, wo wir Familie Lehmann trafen.

Angelika und Gerhard Lehmann waren dabei, ihre Sachen zu packen und zurück zur Eagle Rock Farm bei Windhoek zu fahren; wir kamen dagegen gerade am Ongongo Campingplatz an. Es ist wie meistens: Man kommt ins Gespräch. Lehmanns erzählten uns, dass sie als Rentner schon seit 2014 in Namibia leben. Sie besitzen ein Permanent Residence Permit und dürfen sich damit unbeschränkt im Land aufhalten. Sie halten aber auch die Verbindung zur Familie in Deutschland, leben halb in Namibia und halb in Deutschland – die Beiden sind Wanderer zwischen zwei Welten. Wir fanden das alles interessant und beschlossen, auf dem Rückweg in der Eagle Rock Farm Station zu machen.

Zurück in Deutschland blieben wir weiter in Kontakt. Als Angelika und Gerhard mal wieder in Deutschland waren, besuchten wir uns gegenseitig und irgendwann schmiedeten wir den Plan, in den Herbstferien 2019 gemeinsam ins Kaokoveld aufzubrechen.

Was uns erwarten würde, meinten wir, aus Namibia Foren zu kennen und von Namibia Fahrern gehört zu haben: Einsamkeit, Hitze, kein Trinkwasser, harte und wellige Schotterpisten, die uns, das Auto und besonders die Reifen zermürben können, Tiefsand, aggressive Elefanten und Löwen in den Rivieren (Trockenflüssen) und kein Sprit außer vielleicht in Kanistern in Puros. Eigentlich eine abweisende Gegend aber das reizte uns gerade. Wir begannen also, eine Route zu planen.

Klar, wir mußten zuerst einmal von Windhoek 650KM in den Norden bis Palmwag fahren, wobei es bis Kamanjab auf Teer flott voran geht. Dann ins Palmwag Concession Gebiet und auf dem Palmwag Crowther’s Trail weiter zum Hoanib Rivier mit der Chance, dort die seltenen Wüstenelefanten zu sehen. Dann weiter zum Puros Canyon und nach Puros und über den Joubert’s Pass in den Marienfluss bis Camp Syncro am Kunene, dem Grenzfluss zu Angola. Die Rückfahrt soll über Opuwo gehen, die genaue Strecke wollten wir vor Ort je nach verbliebener Restzeit entscheiden. So unser Plan, dem wir eigentlich auch gefolgt sind.

Vom Flughafen, von dem uns die Lehmanns abgeholt haben, fuhren wir erst einmal direkt zum Autoverleiher Safari Car Rental, dessen Büro an der B6 Richtung Windhoek liegt. Wir übernahmen die gemieteten 4×4 Toyota HiLux Geländewagen und fuhren weiter zur Eagle Rock Farm. Lehmanns, die auf dem Gelände der Farm ein Häuschen gemietet haben, waren so nett und hatten alle Lebensmittel für die Kaokoveldreise schon eingekauft. Insbesondere genügend Trinkwasser. 16 Plastikkanister mit je 5 Liter Wasser sollten 14 Tage für zwei Personen reichen und sie reichten auch genau. Wir beluden also die HiLux und zügig brachen wir in den Norden Namibias auf.

Unsere erste, geplante Übernachtung war auf dem Campingplatz der Sophienhof Lodge. Am nächsten Tag ging es weiter bis zur Palmwag Lodge (unbedingt rechtzeitig buchen). Vorher müssen wir die Veterinärkontrolle kurz vor Palmwag passieren. Hier wird nur das Fahrzeug registriert; bei der späteren Rückfahrt Richtung Süden allerdings muss man viele frische landwirtschaftliche Produkte abgeben, und man kann sie gleich an wartende Einheimische verschenken.

Am nächsten Tag starten wir in Palmwag unsere Reise durch das Kaokoveld. In der Lodge kaufen wir für etwa 700NAD (100NAD = 6,30€) die Einreisepermits für das private Palmwag Concession Gebiet inklusive 2 Übernachtungen, tanken die Autos an der Palmwag Tankstelle randvoll und dann geht es los. 855 Kilometer liegen vor uns ehe wir nach 7 Tagen in Opuwo wieder in ein Städtchen mit unseren gewohnten zivilisatorischen Einrichtungen einkehren werden.

Die Landschaften, durch die wir fahren, sind geprägt von weiten Hochtälern, Stein- und Sandwüsten mit wenig Vegetation. Große und kleine, grüne Trockenflüsse mit mächtigen, uns unbekannten Bäumen und Sträuchern müssen wir queren oder ihrem Verlauf folgen. Wir sind eingebettet in eine rötliche Wüstenlandschaft, die am Horizont in einen pastellblauen Himmel übergeht. Uns umgibt eine absolute Stille und nachts überspannt uns ein unbeschreiblicher, schwarzer Sternenhimmel. Dabei ist nichts an dieser Landschaft spektakulär oder etwa grandios. Keine mächtigen Gebirge, keine Gletscher und keine riesigen Sanddünen. Es ist eine Landschaft, die durch ihre Farben, ihre Weite und die Einsamkeit den Besucher in ihren Bann zieht. Alles ist so ursprünglich, wild und unberührt, dass sogar das Fahren unserer aufgerüsteten Expeditionsfahrzeuge zu dieser einsamen Landschaft passt.

Unsere Autos haben uns auf allen holprigen und sandigen Pisten nicht im Stich gelassen; wir haben sie aber auch vorsichtig gefahren und mit Respekt behandelt. Für uns wurde es sogar die erste Namibiareise ohne Reifenpanne! Wir haben bei Safari Car Rental Toyota HiLux Fahrzeuge in der Expeditionsausführung geordert und sind damit gut gefahren. Die Autos waren recht neu, die Bodenfreiheit etwas größer als sonst und mit dem Automatikgetriebe ist auch auf Schotter und Sand bequem zu fahren. Das Campingequipment mit Dachzelt, Decken und Handtücher war vollständig und teilweise in staubdichten Boxen verpackt, ein wichtiger Kühlschrank war eingebaut und es gab einen Spaten, eine Axt, ein Abschleppseil, Manometer und Luftkompressor, zwei Reservereifen, Brauchwassertank und einen 20l Reservekanister – wir bekamen eben ein Expeditionsfahrzeug. Zusätzlich hatten wir ein SAT-Telefon und ein Paar Sandbleche an Bord genommen. In Namibia ist aber nicht immer alles perfekt und ohne Mängel, so auch bei unseren Autos: Bei Lehmanns war ein Reservereifen platt und bei uns verlor ein Reifen stetig etwas Luft sodass wir häufig den Luftkompressor anwerfen mußten, wobei wir feststellten, dass unsere Motorhaube blockiert war. Ausserdem waren die Gasflaschen eigentlich zu klein aber wir kochten, wie man es in der Wildnis eben macht, viel auf offenem Feuer, sodass wir trotzdem mit den Gasfüllungen auskamen.

Beide Fahrzeuge wurden mit Diesel betankt und hatten, wie üblich, zwei Tanks, 80 und 60 Liter sowie einen 20 Liter Zusatzkanister. Der durchschnittliche Verbrauch der Fahrzeuge auf unserer 855 KM langen Kaokoveldtour betrug 14 l/100KM; der komplette Tankinhalt mit 160l Diesel reichte also locker aus. Auf Teer benötigen die Fahrzeuge übrigens nur etwa 10-11 l/100KM.

Pro Tag sind wir durchschnittlich 120 KM auf unserer Route von Palmwag bis Opuwo gefahren und haben dabei häufig kurze Halts für Fotos eingelegt. Um 7 Uhr morgens standen wir auf; es folgte ein ausgiebiges Frühstück und um 9 Uhr fuhren wir ab. Die Piste war meistens leicht zu erkennen und eigentlich auch mit 20-30 KM/h Geschwindigkeit gut zu befahren. Keinen richtig nervigen Schotter oder üble Wellblechpisten oder schwierigsten Tiefsand mussten wir ertragen. Nur an einigen Stellen war das fahrerische Können ein wenig gefragt. Z.Bsp. bei der Einfahrt zum Tal des Marienflusses.

Die breite Ebene des Marienflusses ist von stark verwitterten Bergen umgeben. Es führen nur drei Pisten in das Tal hinein. Im Osten über den van Zyls Pass, im Süden den Joubert’s Pass und im Westen über die Hartmannsberge. Die Befahrung des van Zyls Passes (geht nur von Ost nach West!) war vom Autovermieter untersagt, die anderen beiden Passagen sind wir gefahren. Es sind felsige, steile und enge Bergpisten, die man aber mit ruhiger Hand am Steuer, ruhigem Fuss am Gas und kluger Einweisung problemlos meistern kann. Tiefsand durchquerten wir am östlichen Eingang des Hoanib von Seisfontain kommend und am westlichen Eingang des Puros Canyon mit tiefen Fahrspuren.

Eigentlich waren wir jetzt, im Oktober, zum Ende der Trockenzeit, nicht auf Flussquerungen vorbereitet aber wir mußten feststellen, dass die Piste im Puros Canyon vom westlichen Eingang bis zum Ort Puros den Fluss häufig quert und dieser auch noch eine erstaunliche Menge Wasser führt. An der ersten Furt blieben wir noch stehen, suchten vergebens Freiwillige zum Durchwaten, um die Wassertiefe und Festigkeit des Bodens auszuloten, fuhren dann aber, als sich keiner meldete, mutig mit hoher Bugwelle flott durch. Von einem Guide in Puros hörten wir, dass der Puros Canyon zur Regenzeit und bis in den Mai häufig nicht befahren werden kann. Wegen des Wasserstands und später wegen des angeschwemmten Schlamms.

Tagsüber stiegen die Temperaturen bei sengender Sonne schnell an. Bis zu 42° maßen wir am Außenthermometer des Autos. Da sich das Land extrem schnell aufheizt setzt am Tag heftiger Wind ein, der losen Sand aufnimmt und sich zu einem richtigen Sandsturm entwickeln kann. Wir haben das häufig erlebt aber am extremsten am Hoanib. Hier fegt der Wind aus dem Canyon hinaus in die östliche Okambonde Sandebene und nimmt mächtig viel Sand und feinen Staub mit in die Luft. Das nimmt dem Fahrer am Lenkrad die Sicht und pudert das Fahrzeuginnere und alle nicht sorgfältig verpackten Lebensmittel ein.

Irgendwann am späten Nachmittag gegen 16 Uhr, drei Stunden vor Einbruch der Dunkelheit, haben wir meistens unser Ziel erreicht und suchten ein Nachtlager. Häufig einen bewirtschafteten Campingplatz, drei Mal suchten wir einen geeigneten Platz im weiten Nichts des Kaokovelds, in einem Trockenfluss unter Bäumen oder an einer Uferböschung im Windschutz. Wir bauten unser Nachtlager auf, suchten Steine zum Bau einer Feuerstelle und Feuerholz für das Lagerfeuer. Nun zauberte Angelika unter unser aller Hilfe ein köstliches Dinner: Orixsteak mit frischem Gemüse oder Rinderrolladen oder Gulasch oder Spagetti mit köstlich gewürzter Hackfleischsauce und dazu Windhoek Draught Bier. Wir hatten den Eindruck, dass unsere Vorräte unerschöpflich sind. Im Marble Campsite luden wir im Übermut ein französisches Ehepaar und ihren einheimischen Guide zu einem rauschenden Festmahl im Flussbett des Khumib ein. Wir Deutschen richteten das Essen aus, die französischen Selbstfahrer steuerten südafrikanischen Rotwein bei und alle hatten ihren Spaß.

Das Kaokoveld ist die Heimat der Himba. Etwa 20.000 Himba leben heute noch im Nordwesten Namibias und im Süden Angolas, auf beiden Seiten des Kunene, in ihrer ursprünglichen, nomadisierenden Tradition als Viehzüchter, Jäger und Sammler. Auch diese Himba haben natürlich erkannt, dass sie heutzutage von durchreisenden Touristen profitieren können, wenn sie sich in ihrem traditionellen Körperschmuck präsentieren, für Fotos Geld verlangen oder handwerklich geschickt gefertigte Souvenirs verkaufen. Bei aller Versuchung sollte man diesen Menschen mit angemessenem Respekt begegnen und nie ungefragt in bewohnte Himba Dörfer fahren und Smartphones zum fotografieren zücken. Wir haben den Kontakt immer über Himba Männer gesucht, die wir z.Bsp. an der einzigen Bar in Puros oder am von Himbas geführten Camp Syncro trafen.

Meistens trifft man in den Himbadörfern nur Frauen und Kinder; die Männer sind endweder in der Fremde arbeiten oder sie hüten als Hirten in dieser kargen Landschaft das Vieh – Schafe, Ziegen und Rinder. Die Frauen tragen auf ihrer Haut eine mit Oker versetzte Fettcremeschicht, die die Haut vor dem trockenen Klima und Insekten schützt und die der Haut die dunkelrote Farbe verleiht. Waschen können sich die Menschen nicht; es fehlt schlicht das Wasser und so kommt eine Schicht Fettcreme auf die nächste.

Die Kleidung der Frauen, ihr Kopf- Hand- und Fussschmuck hat symbolische Bedeutung. Er zeigt ihren sozialen Stand in der Dorfgemeinschaft; ob sie noch Kinder oder heiratsfähig oder schon verheiratet sind. Messingringe an Hand- und Fußgelenken lassen erkennen, ob eine Frau Kinder hat. Eine ähnliche Symbolik hat die auffällige Frisur der Haare. Die Fellhaube auf dem Kopf bedeutet, dass eine Frau verheiratet ist.

Ein großer Kontrast zur kargen Wüstenlandschaft am Kunene und den Menschen, die hier in ihrer ursprünglichen Tradition leben, ist die ein paar Kilometer entfernte Okahirongo Elephant River Lodge direkt am Kunene. Hier, in der Wüste, herrscht westlich, dekadenter Luxus pur. Gäste kommen entweder mit Guide und Chauffeur über die Schotterpiste von der angeschlossenen Okahirongo Elephant Lodge im Puros Canyon oder mit dem Flugzeug und landen auf dem der River Lodge angeschlossenen Flugplatz. Die Preise sind angemessen: Chalet 800€ für zwei Personen, die Presidential Suite 1400€. Pro Nacht und All Inclusive!

Unsere Kaokoveldroute endet planmäßig in Opuwo. Das Städtchen hat etwa 8.000 Einwohner und ist der einzige Ort im Kaokoveld, in dem man sich mit Dingen des westlichen Standards, besonders Benzin, Diesel und Lebensmittel sicher versorgen kann. Opuwo ist ein Treffpunkt aller im weiteren Umkreis lebenden Einheimischen – Himbas, Hereros, Damaras und Ovambos. Nur die weiße Hautfarbe ist selten zu sehen.

Wir ergattern noch gerade die beiden letzten, freien Plätze und übernachten auf dem Campingplatz der Opuwo Country Lodge (möglichst vorher buchen!). Die Lodge liegt etwa 50 Meter über der Stadt auf einem Hügel. Vom Campingplatz aus hat man einen weiten Blick auf Opuwo und das weite Tal in dem die Stadt liegt. Leben unten in der Stadt Menschen dunkler Hautfarbe so trifft man hier oben nur weisse Gäste; dabei sehen wir einmal vom einheimischen Bedienungspersonal der Lodge und den beiden bewaffneten Männern ab, die uns im Campingplatz vor ‚denen da unten‘ schützen sollen. Besonders Nachts. Wir merken, dass wir zurück sind in unserer westlichen Zivilisation.

Wir haben uns vorgenommen, den Hoanib noch einmal ganz, diesmal von Seisfontain im Osten bis zur Grenze des privaten Gebiets der Skelettküste im Westen zu befahren. Wir wollen noch mehr Wildtiere beobachten, insbesondere aber die seltenen Wüstenelefanten entdecken. Vorher besuchen wir aber noch das Camp Aussicht. Es liegt am Weg, nur ein paar Kilometer abseits der C43, die Opuwo mit Palmwag verbindet und steht in absolutem Kontrast zur Opuwo Country Lodge. Camp Aussicht ist das Werk von Marius Steiner, dem Eigentümer.

Marius Steiner ist ein freundlicher, groß gewachsener, schlanker Herr. Er trägt, als wir ihn besuchten, einen blauen Arbeitsanzug und vermittelt damit den Eindruck, dass dies Reich von ihm persönlich kreativ gestaltet, erschaffen und ständig bearbeitet wird. In über 30 Jahren. Schon die holprige Anfahrt zu Camp Aussicht auf Schotter animiert den Besucher durch die vielen, nett gestalteten Schilder zum Durchhalten. ‚Nächste Woche wird der Teer geliefert‘ oder ‚Noch 3 KM, dann ist es geschaft‘ steht zu lesen. Steiner ist in Namibia geboren und hat österreichische Wurzeln. Er unterhält sich gerne mit seinen Gästen, hört ganz aufmerksam und geduldig zu, bevor er seine Weltsicht erklärt. Es sind esoterische Verschwörungstheorien, die er schlüssig, mit ruhiger, leiser und eindringlicher Stimme erklärt. Es ist interessant, seinen Ausführungen zuzuhören aber wirklich glauben können wir ihm nicht, wenn er Papst Johannes Paul II mit der Deutschen Wiedervereinigung in Verbindung bringt. Wir hören von ihm aber auch, dass auf seiner Farm viele Mineralien gefunden werden, darunter das seltene Dioptaze und grünliches Malachit, ein Kupferkarbonat, das er aus einer kleinen Mine unter dem Farmhaus gewinnt. Er zeigt uns seine kleine Schmucksammlung wobei er jedes Teil persönlich geschliffen und gefasst hat. Natürlich steht dieser Schmuck zum Verkauf und er wird den gewogenen Käufer immer an den freundlichen, groß gewachsenen, schlanken Herrn im blauen Arbeitsanzug erinnern, der seltsame Weltsichten vertritt.

In der östlichen Einfahrt zum Hoanib erwartet uns ein veritabler Sandsturm, der das Fahren und in der Piste bleiben sehr erschwert. Immer wieder fahren wir in dieser unübersichtlichen, grauen Sandebene weit abseits der vom Navi violett angezeigten Route, und wir müssen korrigieren, um nicht in einem unwegsamen Seitenarm des Hoanib zu enden. Schließlich sehen wir aber doch ein bewachtes Gate auf uns zukommen und wir wissen, dass wir den Eingang zum Hoanib gefunden haben.

Gleich hinter dem Gate, linke Hand, liegt der einzige, im Hoanib legale Übernachtungsplatz, der Elephant Song Campingplatz. Er steht etwas oberhalb des Flussbetts auf einer Ebene, ist neu und ganz modern aufgebaut worden, mit Windschutz, Dusche und WC pro Platz und 230V Wechselstrom. Für jeden Platz wurde dazu eine Photovoltaikanlage mit angeschlossenem Batteriepuffer installiert. Für uns der einzigartige Luxus, in dieser Ödnis alle Akkus elektronischer Geräte aufladen zu können.

Wildtiere sahen wir einige im Kaokoveld, darunter auch ein Nashornweibchen (Rhino) mit ihrem Jungen. Ansonsten Zebras, viele Springböcke, Antilopen (insbesondere Orix), Giraffen, afrikanische Strauße und einen Schwarzstorch, der im Puros Fluss nach Nahrung stocherte. Wüstenelefanten, von denen wir an vielen Stellen frische Kotkugeln sahen, entdeckten wir aber bislang nicht. Im Hoanib gibt es sie aber sicher, das wussten wir. Wir entdeckten sie schließlich dort, wo der Palmwag Crowther’s Trail auf den Hoanib stößt, denn dort ist eine Wassertränke. An der Wasserstelle oder etwas flussaufwärts nach Osten in den saftig-grünen Büschen fanden wir eine Herde von etwa 6 Tieren mit zwei Jungen. Man sollte sich den Tieren vorsichtig nähern und immer eine ausreichende Fluchtdistanz einhalten. Wüstenelephanten gelten als unberechenbar, angriffslustig und schnell reizbar.

Zum Ende dieses Artikels ein Wort zur Navigation in dieser einsamen Gegend. Wir haben immer, auf allen Reisen, ein ganz normales Garmin nüvi 2599 zum Routen im Auto dabei. Wir benutzen es auch in Deutschland, kennen seine Bedienung und wissen, dass die Sprache auf Deutsch steht und der Softwarestand aktuell ist. Dies nehmen wir auf allen Reisen inklusive Halterung und Stromversorgung mit. Dazu laden wir für Namibia immer die neueste Karte von Tracks4Afrika (T4A) auf das Navi. Alle Planungen der Tagesrouten machen wir am Notebook mit der Garmin BaseCamp Software für Windows und laden die Routen, die wir fahren wollen, auf das Navi. Sicherheitshalber ist auch ein Outdoor Garmin Oregon 750t als Backup oder für Wanderungen dabei. Als Tipp: Beim Autoverleiher prüfe man, ob die Stromversorgung der Navis funktioniert oder vielleicht eine Sicherung defekt ist. Die Werkstatt des Vermieters weiss, wo der Sicherungskasten sitzt, man selbst muß erst umständlich suchen.

Und noch ein letztes Wort zu Angelika und Gerhard: Wir haben es genossen, mit euch eng zusammen diese zwei Wochen verbringen zu dürfen und wir glauben, dass es für euch auch so war. Wir haben alles geteilt, zusammen gehalten und wir haben viel erlebt. In der Einsamkeit dieser Gegend braucht man Partner, auf die man sich immer verlassen kann und das konnten wir; wir auf euch und ihr auf uns.


Unsere etwa 2.900 Kilometer Route im Kaokoveld als gpx-Track mit den Wegepunkten all unserer Übernachtungen befindet sich zum Download hier:

  KaokoveldTrackWaypoints (780,4 KiB, 8 hits)

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