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Nepal, der Annapurna Base Camp Treck

Trekking im Himalaya, wie wir es erlebt haben, ist eine anstrengende Sache und man sollte körperlich fit sein wenn man sich auf eine mehrtägige Wanderung in dieses Gebirge abseits aller Straßen begibt.

Gebucht haben wir den 9-tägigen Annapurna Base Camp Treck in einem der zahlreichen Reiseagenturen in irgendeinem Hinterzimmer in einer der winkligen Gassen in Kathmandus Touristenortsteil Thamel. Man bezahlt für 3 Personen zwischen 1.000€ und 1.200€ je nach Verhandlungsgeschick. Enthalten im Preis ist ein Bergführer, Guide genannt und ein Träger oder Porter. Die Agentur besorgt das Wander Permit und die TIMS Registration Card. Man benötigt dafür zwei Passfotos. Enthalten waren im Angebot in unserem Fall zwei Übernachtungen vor dem Treck und eine nach dem Treck im View Point Hotel in Pokhara, die Busfahrt nach Pokhara und zurück nach Kathmandu im Touristenbus sowie die Übernachtung und Verpflegung (Frühstück, Mittag- und Abendessen) in den Berg Lodges auf dem Treck, ausgenommen waren nur Getränke.

Unser erstes, kleines Problem, bevor wir überhaupt starten konnten, war die Bezahlung. Eine Bank, die uns am Schalter 1.200€ auszahlen konnte fanden wir nicht. Wir wurden immer an die ATM Geldauszahlungsautomaten verwiesen. Hier kann man aber nur pro Tag mit unseren Kreditkarten vier Mal 100€ abheben. Also hantierten wir zwölf Mal mit unseren Kredit- und EC Karten herum um das Geld aufzutreiben, immer mit der Angst im Nacken, dass die Geräte leer sind. Die höchste Banknote in Nepal, die aus den ATM Maschinen heraus kommt ist ein 1.000 Rupien Schein, entsprechend knapp 10€. Wir hatten also letztlich nach viel Mühe einen dicken Stapel mit 120 Rupienscheinen im Gegenwert von etwa 1.200€ in der Hand und schleppten ihn zur Agentur. Kommt man gerade aus Deutschland und will einen Treck in Kathmandu buchen so kann man sich das Leben auch dahingehend leichter machen, dass man €-Scheine oder US Dollars mitnimmt und direkt in der Agentur in diesen Währungen bezahlt. Man erkundige sich aber vor der Einreise genau danach, wieviel Devisen man legal nach Nepal einführen darf.

Der Annapurna Base Camp Treck oder ABC ist sportlich eine Herausforderung. Geht man die Runde über Poon Hill um das Annapurna und Dhaualagiri Massiv früh am Morgen zu sehen sind es etwa 110 Kilometer Wanderweg. Man durchwandert subtropische Dschungel bei Tadapani mit einer tiefen Klamm und kommt etwa bei 3.200 Meter über die Baumgrenze in hochalpine Gebirgsregionen. Man startet bei 1.200 Höhenmetern in Nayapul und steigt auf bis 4.200 Meter ins ABC hinauf. Himalaya Täler sind tief eingeschnittene Flusstäler. Man muß also sehr häufig steile Treppen rauf und runter laufen um querende Flüsse zu passieren – eine echte Qual.

Das Ziel des Trecks ist der südliche Annapurna Gletscher an dessen Fuss das Base Camp angelegt ist. Hier sieht man all die großen, weissen Riesen direkt vor den eigenen Füssen steil aufsteigen: Der Annapurna South (7.219m), Barha Chuli (7.647m), Annapurna I (8.091m), Khangsar Kang (7.485m) und auf der anderen Seite der Ganggapurna (7.454m), Annapurna III (7.555m) und der Heilige Berg, der Machhapuchhre (6.997m). Der Machhapuchhre, der weit sichtbar bis Pokhara ist, wird als das Matterhorn Nepals bezeichnet. Er ist niemals von Menschen bestiegen worden.

Für jeden alpinen Wanderer ist diese Wanderroute eine Herausforderung. Sie ist durch ihre diversen steilen Anstiege durchaus ambitioniert aber nicht schwierig zu bewältigen. Die Höhe ist noch gut machbar, man kommt nur bei über 4.000 Metern ins Schnaufen und muß tief durchatmen und häufiger Pausen machen. Wir schliefen nachts im ABC schlecht, was an der Höhe oder der Kälte liegen mag.

Der Treck insgesamt ist für uns eine unvergessliche Lebenserfahrung. Der Urwald in den tief eingeschnittenen Himalayatälern ist einmalig, der Weg durch kleine Dörfer und direkt über die Terrassen einiger dort als Bauern lebender Nepalifamilien unvergesslich. Es gibt kein Auto hier, kein Gehupe wie sonst auf Nepals Straßen. Waren werden mit Mauleseln bis maximal Chhomrong transportiert, danach wird jede Cola Dose und jede Gasflasche zum Kochen auf dem Rücken eines Porters hinauf getragen. Das sollte man beachten, wenn die Preise für Getränke steigen je höher und weiter man kommt.

Der ABC Treck ist weltweit sehr bekannt und beliebt; man wird ihn also mit vielen Menschen aus allen Nationen dieser Welt teilen – hinauf und hinunter. In den Lodges zur Rastzeit oder zur Übernachtung trifft man sich wieder und kann mit anderen Menschen Kontakt aufnehmen, woher sie kommen und wohin sie gehen und vieles mehr.

Man kann den Treck auch ohne Guide und Porter laufen. Wir meinen aber, dass beide ihr Geld wert sind. Der Porter trägt bis zu 15 Kilogramm und ermöglicht einem, die Wanderung einigermaßen zu genießen – sehr anstrengend bleibt sie selbst ganz ohne Gepäck noch. Der Guide kann die unschätzbaren Fragen beantworten, wie weit es noch bis zur Lodge ist und ob es steil, nepali flat (nicht ganz so extrem steil) oder flat (flach) ist, wobei flat nie vorkommt. Der Guide besorgt einem auch die Unterkunft und läuft notfalls dafür schneller vor zur Übernachtungslodge. Er kann dort in der Landessprache mit dem Herbergsvater verhandeln und erreichte in unserem Fall, dass wir nie im Dining Room auf dem Tisch oder in irgendeiner Abstellkammer übernachten mußten. Auch dies ist ein unschätzbarer Vorteil!

Zum Schluß kommen meine Bilder. Sie sollen den Weg, den wir gegangen sind chronologisch nachzeichnen. Es liegt mir nicht nur dadran, schöne Bilder zu zeigen sondern in diesem Fall auch die Wanderstrecke zu dokumentieren, die wunderschöne Landschaft zu zeigen und die Menschen, die wir am Rande des Weges trafen. Außerdem gibt es ganz unten in diesem Artikel noch hinter den Bildern den gesamten Treck, den wir gelaufen sind inklusive der An- und Abfahrt nach Pokhara als GPS Track Datei zum herunterladen.



Und hier der versprochene GPS Track File des kompletten Wanderweges:

  ABC Treck (238,1 KiB, 1.441 hits)

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